Tag 24 (09.10.2012)
Tatopani (1190 m) – Shikha (1935 m) / 7 km / Wanderzeit 3 h 30 min
Nach einem stärkenden Frühstück nehmen wir heute den Aufstieg nach Shikha in Angriff. Der Weg ist steil und führt rund eine Stunde lang über unregelmässige Steintreppen nach oben. Im ersten Dorf angekommen, haben wir schöne Aussicht über die Schlucht unter uns und die umliegenden, saftig grünen Hügelketten. Über allem thront imposant der verschneite Dhaulagiri mit seinen 8167 m Höhe. Das Wetter ist heute ein bisschen durchzogen, doch wir erfreuen uns an der abwechslungsreichen Wanderung durch hübsche Dörfchen, terrassierte Felder und idyllische Waldabschnitte mit sprudelnden Bächlein. Nach rund 3 h 30 min erreichen wir Shikha, wo wir zu Mittag essen und uns in einer kleinen Lodge einquartieren. Im Verlauf des Nachmittags wird das Wetter etwas besser und wir geniessen die letzten Sonnenstrahlen, bevor die Dämmerung einsetzt.

Tag 25 (10.10.2012)
Shikha (1935 m) – Ghorepani (2860 m) / 7 km / Wanderzeit 4 h
Mit dem heutigen Aufstieg haben wir mehr zu kämpfen, da wir wieder einmal leichte Übelkeit und Bauchkrämpfe verspüren. Der Weg führt häufig durch den schattigen Wald, gibt aber auch immer wieder schöne Ausblicke auf den Dhaulagiri, sowie auf die Annapurna I und Annapurna South frei. Das Wetter ist zwar besser als gestern, doch auch heute beginnen die Wolken bereits ab 10:00 die Berge einzuhüllen. Aus Erfahrung wissen wir jedoch, dass am nächsten Morgen wieder freie Sicht auf das wundervolle Panorama sein wird, und freuen uns bereits jetzt auf den Sonnenaufgang, den wir uns in Ghorepani ansehen wollen.

Tag 26 (11.10.2012)
Ghorepani (2860 m) –  Tadapani (2630 m) / 9 km / Wanderzeit 4 h 30 min
Um 03:30 wachen wir auf, als wir draussen Stimmen und das Klappern von Wanderstöcken hören. Von diesem Zeitpunkt an pilgern Massen von Menschen zum Poon Hill hoch, um den Sonnenaufgang zu sehen. Da uns die heutige Etappe sowieso auf einen gleich hohen Hügel führt, von welchem man genau dieselbe Aussicht geniesst, bleiben wir bis 06:00 im Bett und schauen uns den Sonnenaufgang vor unserem Hotel an. Nach einem kleinen Frühstück machen wir uns um 06:30 auf den Weg und erklimmen über unzählige Treppenstufen den Aussichtspunkt oberhalb von Ghorepani (3180 m). Inzwischen ist die Sonne aufgegangen, der Himmel ist stahlblau und die Sicht auf die Berge ist fantastisch. Wir setzen uns eine Weile hin und geniessen das wundervolle Panorama. Danach führt der Weg durch Bambus- und Rhododendronwälder in stetigem auf- und ab weiter nach Tadapani, wo wir an einem sonnigen Tischchen unser lange ersehntes Mittagessen verschlingen. Am Nachmittag trudeln weitere Gäste ein. Alle waren zum Sonnenaufgang auf dem Poon Hill und sind sich einig – die Menschenmassen auf diesem Aussichtspunkt waren so enorm, dass sie die Aussicht fast nicht mehr geniessen konnten. Da hatten wir es auf dem weniger bekannten Aussichtspunkt doch viel idyllischer – wir waren nämlich alleine dort. 🙂

Tag 27 (12.10.2012)
Tadapani (2630 m) – Ghandruk (1940 m) / 7,5 km / Wanderzeit 2 h 30 min
Da wir am Vorabend früh schlafen gegangen sind, erwachen wir heute bereits um 05:15 und können direkt vom Bett aus den wohl schönsten Sonnenaufgang des gesamten Trekkings bestaunen. Um 06:30 gibt’s Frühstück und um 07: 30 wandern wir los. Das Wetter ist prächtig und die Bergkulisse wundervoll. Kurz nach Tadapani führt der Weg in den Wald hinein. Es sieht aus wie in einem Märchenwald. Der Boden, Steine, Baumstämme – einfach alles ist mit Moos überwachsen. Hie und da sprudeln kleine Bäche, die Vögel zwitschern, Grillen zirpen, es ist eine wundervolle Morgenstimmung. Bereits um 10:00 erreichen wir Ghandruk, unser Tagesziel. Die ersten beiden Lodges, die wir ansteuern, sind bereits ausgebucht. In der 3. Lodge haben wir Glück und erhalten ein Zimmer. Da gerade geputzt wird, setzen wir uns in den sonnigen Garten, trinken eine Tasse Tee und geniessen die tolle Aussicht. Wie jeden Tag verschwinden auch heute die Berge gegen 11:00 hinter den Wolken. Doch wir sind zuversichtlich, dass sich die Berge morgen, zum Abschluss unserer Trekking-Tour, noch einmal zeigen werden.

Tag 28 (13.10.2012)
Ghandruk (1940 m) – Nayapul (1070 m) / 10 km / Wanderzeit 3 h 45 min
Nayapul (1070 m) – Pokhara (820 m) / 41 km / Fahrzeit 1 h 30 min
Nun ist unser letzter Trekking-Tag angebrochen. Eveline ist ganz zappelig und freut sich, wieder zurück nach Pokhara zu kommen. Patric hingegen sitzt wehmütig vor seinem Frühstück und nimmt ein letztes Mal die beeindruckende Bergkulisse in sich auf. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg und erreichen bald das kleine Dörfchen Kimche. Erstaunt stellen wir fest, dass man bereits ab hier per Bus oder Jeep nach Pokhara gelangen kann. Da uns die Landschaft jedoch sehr gefällt und uns immer noch die letzte Busfahrt in den Knochen steckt, ziehen wir es vor, den Weg bis Nayapul zu Fuss zurück zu legen. Wir durchwandern unzählige Reisterrassen und sehen jedes mal, wenn wir uns umdrehen, wie die Berge ein bisschen mehr hinter den grünen Hügeln verschwinden. Das stimmt uns nun doch beide etwas traurig… In Birethanti müssen wir zum letzten mal unsere Trekking-Permits vorweisen, das geht Patric ans Herz. Kurze Zeit später treffen wir in Nayapul ein, wo wir in eines der unzähligen Taxis einsteigen und uns nach Pokhara fahren lassen. Um 13:00 erreichen wir Pokhara, wo wir uns gleich als erstes in unser Lieblings-Restaurant “Thakali Kitchen” stürzen und ein Dal Bhat essen. Das hellt Patric’s Stimmung wieder auf und auch für ihn fühlt es sich nun ein bisschen wie “nach Hause kommen” an…

Fazit zum Trekking
Eveline:
Ich habe dieses Trekking als sehr eindrückliche Erfahrung mit einigen “Ups und Downs” erlebt. Schwierig und auch beängstigend waren für mich die gefährlichen Abschnitte zu Beginn des Trekkings. Fasziniert haben mich dagegen die abwechslungsreichen Landschaftsbilder und der Einblick in die verschiedenen Kulturen. Die Bergsicht auf dieser Route ist fantastisch. Die riesigen, schneebedeckten Berge sind unbeschreiblich schön und wahnsinnig imposant! Die Menschen, die wir getroffen haben, leben teilweise unter enorm schweren Bedingungen. Trotzdem waren sie stets offen, herzlich, hilfsbereit und haben einen zufriedenen Eindruck auf uns gemacht. Auch die Infrastruktur auf dem Annapurna Circuit ist angenehm. Die Zimmer sind zwar einfach aber sauber und in der Zwischenzeit gibt es in vielen Lodges heisse, oder mindestens warme Duschen. Insgesamt waren die Erfahrungen, die ich auf diesem Trekking gesammelt habe, sehr bereichernd und ich möchte sie auf keinen Fall missen.

Patric:
Für mich waren die vergangenen 28 Tag ein unvergessliches Erlebnis und sicher einer der absoluten Höhepunkte der bisherigen Reise. Die klimatische, kulturelle und landschaftliche Vielfalt war einfach unglaublich. Das einfache Leben auf der Wanderung und die Nähe zu Natur und Menschen habe ich sehr genossen. Für mich hätte es noch einige Tage oder Wochen so weitergehen können. 🙂

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