In Medellín wurden wir zwar mit wärmeren Temperaturen empfangen, jedoch nicht mit besserem Wetter. Nachdem es 3 Tage lang fast nur geregnet hat, zeigte sich am Samstag dann doch noch die Sonne und die Temperaturen kletterten auf 28 Grad. Wir nutzten das schöne Wetter um die Stadt zu besichtigen, oder mindestens ein paar Teile davon. Denn Medellín ist mit mehr als 2.2 Mio. Einwohnern die 2. grösste Stadt Kolumbiens.

Unsere nähere Umgebung, das Viertel El Poblado, ist sehr modern. Die Strassen sind sauber und gesäumt von Bäumen, Palmen und Bambus. Wie in Bogota, gibt es auch hier schöne Einkaufszentren und eine Zona Rosa mit tollen Restaurants, Bars und Clubs. Schlendert man tagsüber durch die Zona Rosa trifft man kaum Leute an, doch Abends erwacht die Ausgangszone zum Leben und kommt bis Sonnenaufgang nicht mehr zur Ruhe.

Medellín ist die einzige Stadt in Kolumbien, die über ein Metro-System verfügt. Da es eine Hochbahn ist, erhält man bereits auf der Fahrt erste Eindrücke von den verschiedenen Stadtteilen. Die ärmeren Viertel an den Berghängen wurden mit einer Seilbahn erschlossen. Wir wollten eigentlich einen Park besuchen, der ganz oben auf einem der Berge ist, doch da bereits über 4000 andere Leute denselben Gedanken hatten, war der Park für weitere Besucher gesperrt. So drehten wir lediglich eine Runde mit der Seilbahn und besichtigten den Park und die Stadt von oben.

Trotz des überwiegend schlechten Wetters haben wir unseren Aufenthalt in Medellín genossen. Wir empfanden die Atmosphäre, vor allem in unserem Viertel El Poblado, als sicher, lebendig und fröhlich. Kaum zu glauben, dass noch in den 1990er Jahren Medellín das Zentrum des weltweiten Kokainhandels war. Der Drogenbaron Pablo Escobar herrschte mit einer unglaublichen Grausamkeit und Skrupellosigkeit über das Medellín-Kartell. Wer sich ihm in den Weg stellen wollte, wurde von seinen Auftragskillern ermordet. Gemäss einer Statistik ließ Escobar insgesamt 30 Richter sowie 457 Polizisten töten und war in den 1980er Jahren für eine wöchentliche Mordrate von 20 Toten in Medellín verantwortlich. Während seiner besten Jahre soll er bis zu 1,5 Millionen US-Dollar am Tag verdient haben. 1993 wurde dem Ganzen ein Ende gesetzt, als Pablo Escobar von der Polizei auf einem Dach in Medellín erschossen wurde. Während Escobars Zeit war Medellín für Touristen eine No-Go-Zone. Doch heute ist von all dem nichts mehr zu spüren und man kann sich hier so sicher bewegen wie in anderen südamerikanischen Städten auch.

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