Puerto Madryn ist eine Hafenstadt im südlichen Argentinien und liegt am Golfo Nuevo. Von Juni bis Dezember ist hier der ideale Ausgangspunkt um die vorbeischwimmenden Glattwale zu beobachten. Von der Stadt selbst haben wir nicht viel gesehen, da wir am ersten Tag unsere Ausflüge nach Punta Tombo und Peninsula Valdes organisiert haben und es am nächsten Tag bereits um 08:00 Uhr los ging.

Unser erster Ausflug führte uns nach Punta Tombo, einem Naturschutzgebiet an der Atlantikküste und Heimat der grössten Pinguinkolonie ausserhalb der Antarktis. Von September bis April brüten hier mehr als eine halbe Million Magellan-Pinguine. Es ist jedoch nicht so, dass man einen Strand voller Pinguine antrifft. Die Tiere nisten paarweise unter Sträuchern oder in Erdlöchern. Während der Brutzeit ist immer ein Pinguin im Nest und brütet die Eier aus, während der andere im Meer auf Nahrungssuche ist. Man sieht die Tiere nur, wenn sie auf dem Weg ins Meer oder auf dem Rückweg zu ihrem Nest sind.
Auf der Strecke zwischen Puerto Madryn und Punta Tombo liegt die Stadt Rawson, von wo aus wir an diesem Tag auch eine 2-stündige Boots-Tour entlang der Atlantischen Küste machten. Zwischen September und November hat man hier grosse Chancen, die Commerson-Delfine zu sehen. Wir hatten doppeltes Glück, denn wir sahen sowohl die Delfine, als auch die ersten Glattwale! 🙂 Die 2 Stunden waren im nu vorbei und wir wurden zurück an Land gebracht. Auf der Rückfahrt nach Puerto Madryn liessen wir all die Eindrücke dieses Tages nochmal vor unserem inneren Auge vorbeiziehen und waren bereits voller Vorfreude auf den nächsten Tag.

Für die nächsten 2 Tage haben wir ein Auto gemietet. Am Freitag Vormittag fuhren wir nach Punta Ninfas, wo eine Kolonie See-Elefanten lebt – dies sind die grössten Robben der Welt. Ein Bulle kann bis zu 6 Metern lang und 3.5 Tonnen schwer werden. Wir besuchten die See-Elefanten an einem einsamen Strand und beobachteten sie aus einiger Entfernung beim Schwimmen und Sonne tanken. Da wir die Idylle am Strand nicht stören wollten, gesellten wir uns nur ganz kurz für ein Foto etwas näher zu den Tieren.
Am Nachmittag fuhren wir auf die Halbinsel Peninsula Valdés, einem 3625 km² grossen Naturschutzgebiet. Die Halbinsel besteht grösstenteils aus karger Landschaft, doch dafür sind die Küstenabschnitte um so sehenswerter. Gegen Abend erreichten wir die Ortschaft Puerto Pirámide, von wo aus wir unsere 2. Boots-Tour machten. Auch hier boten sich uns während fast 3 Stunden wunderschöne und spektakuläre Bilder. Wir sahen Walmütter mit ihren Kälbern schwimmen und aus dem Wasser springen, konnten sie aus nächster Nähe betrachten, sahen Delfine, Seelöwen und sogar Pinguine. Dazu konnten wir den Sonnenuntergang geniessen – ein wunderschönes und unvergessliches Erlebnis.

Am Samstag besuchten wir Punta Norte und Punta Cantor, wo wir wilde Strände mit See-Elefantenkolonien sahen. Wir hofften, hier auch Orcas zu sehen, denn die leben vor der Küste und jagen an diesen Stränden. Man sagte uns, dass am Tag zuvor 9 Orcas gesichtet wurden, doch heute hätten wir Pech. Denn bei windigem Wetter – und das hatten wir an diesem Tag – würden sie nicht in die Nähe der Küste kommen.

Wir haben zwar keine Orcas gesehen, dafür aber Glattwale, Delfine, See-Elefanten, Pinguine, Guanakos, Gürteltiere, verlassene Strände und wunderschöne Sonnenuntergänge. Wir konnten die Natur geniessen, die zwar karg und rauh, aber von einer unglaublichen Ruhe und Harmonie geprägt ist. Wir hatten 4 wunderschöne und erlebnisreiche Tage, die uns aufs tiefste beeindruckt haben.

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